Bestandsaufnahme
Zunächst eine Bestandaufnahme um nachzusehen ob die gelieferten Exemplare den getesteten entsprechen:
Die Welligkeit im Frequenzgang ist der Tatsache geschuldet, dass die Messungen im Hörraum stattfanden. Dennoch sind die Problemzonen der Abstimmung - wie auch im verlinkten Test - zu erkennen:
- Der Bereich um 100Hz ist etwas zu laut
- Im Grundton ist eine Senke zu erkennen
- Im Übergang vom Mittelton zum Hochton ist ebenfalls eine Senke zu erkennen
- Der Hochtöner ist bei 20kHz zu laut, vermutlich eine Resonanz der Hochtonkalotte
- Die Senke unterhalb der Hochtonresonanz dürfte dem eingesetzten Waveguide geschuldet sein.
Darüber sollte die 30° Messung Auskunft geben:
Die Senke ist auch unter 30° zu sehen, die Form erscheint aber abweichend. Die beiden anderen Senken sind auch hier zu erkennen.
Zur Abschätzung der Qualität dienen noch weitere Messungen:
Sowohl die Verteilung der Klirrkomponenten als auch deren Höhe sprechen für die Qualtät der eingesetzten Treiber. Die Klirrspitze bei 70Hz sollte bei der Aktivierung genauer betrachtet werden - es könnte sich um ein Problem des Gehäuses handeln...
Das Wasserfalldiagramm gibt Aufschluss auf gespeicherte Energien:
Hier gibt es keine Auffälligkeiten - mal abgesehen von der Resonanz des Hochtöners, hier sollte bei der Aktivierung unbedingt ein Sperrkreis zum Einsatz kommen.
Die Sprungantwort des Lautsprechers bestätigt, dass die Resonanz des Hochtöners mit einem Sperrkreis abgeschwächt werden sollte. Gleiche Auskunft gibt die Impulsantwort:
Die beteiligten Lautsprecherchassis:
Bevor es an die Aktivierung geht werden die einzelnen Wege ohne Frequenzweiche gemessen um die Qualität und Eigenheiten der eingesetzten Chassis zu erkennen:
die Basschassis:
Die Welligkeiten des Frequenzschriebes sind der Messung im Wohnraum geschuldet, dennoch ist zu erkennen, dass die Basstreiber im Hochtonbereich noch sehr viel Energie liefern. Da auf der Hochtöner-Achse gemessen wurde ist zu erwarten, dass die Chassis selbst im Mittelton und unteren Hochton-Bereich noch um einiges lauter spielen als die Messung zeigt. (Siehe Messung der Mitteltonchassis - diese haben die gleiche Membran, unterscheiden sich lediglich im Antrieb.)
Im Impedanzschrieb der Basschassis zu sehen ist die (nach Lehrbuch) etwas zu tiefe Abstimmung des Reflexkanals. In der Praxis bedeutet dies, dass nicht der maximale Pegelgewinn genutzt wird. Statt dessen wirkt diese Abstimmung hubentlastend. Dies wiederum hat positiven Einfluss auf die Klangqualität - Muss ein Chassis für gleichen Pegel weniger Auslenkung machen verringert dies die Intermodulationsverzerrungen.
Die schmale und hohe Impedanzspitze bei der Resonanz lässt auf Chassis mit geringen Verlusten schließen. Auch dies wirkt sich positiv auf die Klangqualität aus, denn die in das Chassis eingebrachte Energie wird besser in Schalldruck umgewandelt - wird nicht benötigt um Verluste der Chassismechanik auszugleichen.
Der späte Anstieg der Impedanz weist darauf hin, dass in den Chassis Impedanzkontrollringe montiert sind - noch ein Indikator für hohe Klangqualität. Durch die Imedanzkontrollringe ändert sich die Induktivität der bewegten Membran deutlich weniger - die wünschenwerte Folge sind abermals geringere Intermodulationsverzerrungen.
Im Impedanzschrieb ebenfalls zu erkennen sind (gut bedämpfte) Störungen des gewählten Gehäuseaufbaus bei 35Hz, 85Hz, 120Hz und 240Hz.
die Mitteltonchassis:
Die Welligkeiten des Frequenzschriebes sind der Messung im Wohnraum geschuldet, dennoch ist zu erkennen, dass die Mittelton-Treiber im Hochtonbereich deutlich zu laut sind.
Im Impedanzschrieb der Mittelton-Chassis weist die schmale und hohe Impedanzspitze bei der Resonanz abermals auf Chassis mit geringen Verlusten schließen. Dies wirkt sich positiv auf die Klangqualität aus, denn die in das Chassis eingebrachte Energie wird besser in Schalldruck umgewandelt - wird nicht benötigt um Verluste der Chassismechanik auszugleichen.
Der späte Anstieg der Impedanz weist darauf hin, dass in den Chassis Impedanzkontrollringe montiert sind - ein Indikator für hohe Klangqualität. Durch die Imedanzkontrollringe ändert sich die Induktivität der bewegten Membran deutlich weniger - die wünschenwerte Folge sind geringere Intermodulationsverzerrungen.
Ansatzweise zu erkennen sind weitere Resonanzen bei ca. 1,2kHz (vermutlich eine Sickenresonanz) und ca. 10,5kHz (vermutlich eine Resonanz der Staubschutzkappe)
der Hochtöner:
Die Welligkeiten des Frequenzschriebes sind der Messung im Wohnraum geschuldet.
Auffällig im Frequenzschrieb ist die tiefe Senke bei ca. 14kHz, gefolgt von einer großen Überhöhung bei ca. 21kHz. Die Senke könnte in der Geometrie des Waveguides ihre Ursache finden - dann sollte sie unter Winkel gemessen deutlich geringer ausfallen. Die Überhöhung bei 21kHz ist eindeutig einer Membranresonanz des Hochtöners zuzuordnen, klar ersichtlich im Impedanzschrieb.
Im Impedanzschrieb zu erkennen ist eine leichte Resonanzanfälligkeit des Kohlefasergewebes des Hochtöners bei (ca.) 4,5kHz und 21kHz. Die sauber ausgeformte Resonanzspitze zeigt eine niedrige Resonanzfrequenz und lässt vermuten, dass es sich hier um einen Hochtöner ohne Ferrofluid handelt. Die schmale und hohe Form der Impedanzspitze lässt auf sehr geringe Verluste der Chassismechanik schließen. Der späte Anstieg der Impedanz weist auch hier auf einen Impedanzkontrollring im Chassis hin
Schaltungstopologie der passiven Frequenzweiche:
Acoustic Energy verwendet im Auslieferzustand die gezeigte Frequenzweichenschaltung - soweit die Werte der Bauteile erkennbar waren sind sie im Schaltbild eingetragen.
Schaut man in Verbindung mit den gemessenen Frequenzgängen der einzelnen Chassis etwas genauer hin wird klar, dass in der Entwicklung an dieser Stelle der Rotstift angesetzt wurde, trotz der verwendeten hochwertigen Bauteile, denn die gewählte Topologie wird den anspruchsvollen Chassis keinesfalls gerecht.
Im Tieftonzweig befindet sich ein Filter erster Ordnung mit Impedanzkorrektur für die ansteigende Impedanz der Chassis zu den hohen Frequenzen hin. Dadurch interagiert die Impedanzspitze der Basschassis mit der Frequenzweiche - mit der Folge, dass der Bereich um 100Hz um einige dB zu laut ist. Außerdem spielen die Basschassis dadurch noch bis weit in den Mitteltonbereich.
Im Mitteltonzweig befinden sich ebenfalls Filter erster Ordnung, gefolgt von einem Serienwiderstand zur Reduzierung der Lautstärke. Da die Mitteltonchassis 10 Ohm-Typen sind dürfte die Reduzierung der Lautstärke bei etwa 6dB liegen. Es folgen zwei Saugkreise - dabei ist anzunehmen, dass sich der erste Saugkreis der Entzerrung der Resonanz-Impedanzspitze widmet und der zweite den Bereich um 8kHz einebnet.
Einzig im Hochtonbereich wird ein Filter zweiter Ordnung verwendet.
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